Koh Lipe nach Koh Rok Nok
Morgens haben wir ein wenig getrödelt und gehen erst gegen neun Uhr Anker auf. Ron ist noch nicht ganz fit und legt sich in die Koje. Skipper ist noch müde oder schon wieder und schläft ebenfalls während ich mit voller Genua und 5 Knoten durch die Wellen “rausche”. Da wir heute meistens so 17-18 Knoten Wind haben, sind auch nicht viele andere Boote unterwegs. Den meisten GFK Jachten ist es schon zu windig. Sie müssten wahrscheinlich reffen und die Schnellboote für Ausflüge sind ebenfalls weit und breit nicht zu sehen, genauso wie die Longtailboote. HERRLICH! Nach zwei Stunden lässt der Wind nach. Ich will die Männer nicht wecken und so machen wir erstmal nur 3,5 Knoten bis 4 Knoten. Als Ron wach ist machen wir den Motor an, gleichzeitig frischt der Wind wieder auf und schwupp die wupp stehen acht Knoten auf dem Display. Ron legt sich nochmal was hin und mein Grinsen wird bei jedem 0,01 Knoten mehr auf dem Display breiter. Ok, wir wollen ja nicht rasen sondern nur ein wenig rauschen, also Motor aus und schön gemütlich mit 5 -6 Knoten weiter Richtung Koh Rok Nok.
Ron steht auf, Skipper schläft nach wie vor und wenn Frauchen Langeweile bekommt muss die ganze Crew drunter leiden:

Langeweile

Armer Skipper
Und wenn man Langeweile hat fällt einem noch mehr Blödsinn ein
. “Komm, wir machen eine Nachtfahrt.” Die Worte aus Ron seinem Mund klingen verlockend und nach Abenteuer. OK, machen wir.
Zunächst steuern wir Koh Rok Nok an um unsere Positionslaternen zu kontrollieren und Skipper nochmal schwimmen zu schicken. Um 19:40 Uhr legen wir bei Dunkelheit ab, ein klein wenig mulmig war mir am Anfang schon. Das legte sich aber, als wir durch den Pulk von Fischern durch waren, die vor der Insel Päckchen gelegen haben.

Fischer im Päckchen
Kurz nach uns sind auch sie ausgeschwärmt. Es ist irre wieviel Fisch die Weltmeere noch herzugeben scheinen. Überfischung ist auch in Thailand irgendwann kein Fremdwort mehr, da sind wir uns sicher.
Zuerst bin ich dran mit schlafen. Um 23 Uhr löse ich Ron ab mit Wache halten. Schön eingemummelt in meine Segeljacke mit selbstgebackenem Schokobrötchen, Kaffee und Bordhund an der Seite genieße ich das rauschen, das Meer wird vom Mondlicht angestrahlt und unsere Genua auch. Es ist recht windig, 20 Knoten Wind, und wir haben ordentlichen Wellengang. Ab und zu verirrt sich ein wenig Gischt ins Cockpit. Skipper liegt mit seinem Kopf auf meinem Bein, Bioheizung
.
“Skipper frierst Du? Komm ich geb Dir was von meiner Decke ab!”
(war wirklich kühl, nur 24°C!)
Nach einer Stunde beschliesse ich einschläferndes Meeresrauschen gegen den Hochzeits I-Pod einzutauschen. Jetzt dröhnt AC/DC mit Back in Black, ein wenig Aerosmith, Bon Jovi und Metallica in meinen Ohren.
Ein Blick auf die Uhr, ups eine Stunde zu lange Wache gehalten. Ist aber schon Ok, Ron musste während seiner Schlafzeit einmal rauf kommen, weil ich ein Fischerboot nicht so ganz einschätzen konnte. Übungssache, da fehlt mir im Moment einfach noch die Erfahrung.
Dann bin ich wieder ins Bettchen und Ron hat Wache gehalten. Um halb sechs werde ich wieder wach, geselle mich zu Ron und gemeinsam fahren wir bei Tagesanbruch auf Phuket zu.
Fazit: Nachtfahrten sind gar nicht sooo schlimm
.